Ein Löwe unter Schafen

Im heutigen Blogartikel geht es um eine Geschichte, die ich vor einigen Tagen in einem Film gehört habe und die mich zum Nachdenken gebracht hat. Es geht darin um das Leben an sich, um Verstand, das Selbst, um Gesellschaft und Unterstützung. Auch zum Thema Hochsensibilität finde ich diese Geschichte sehr passend.
Deshalb möchte ich diese nun mit dir teilen, vielleicht bringt sie dich ja ein Stück weiter oder gibt dir einen kleinen Denkanstoß:

Es war einmal ein Schäfer, der führte seine Herde jeden Tag zu grünen, saftigen Weiden. Er spielte auf einer Flöte, und am Nachmittag ruhte er und schlief für ein Weilchen im Schatten eines Baumes. Eines Tages stürzte sich aus dem nahen Dschungel eine hungrige Löwin auf die Herde, und die Schafe flohen entsetzt in alle Richtungen. Die Löwin war trächtig, und als sie einen besonders großen Sprung machte, ging er über ihre Kraft. Sie stürzte tot zusammen. Im diesem Augenblick wurde das Junge geboren.
Der Hirte nahm das kleine Löwenkind und zog es mit seinen Schafen auf. Es wuchs heran und lebte, wie die Schafe leben. Es fraß Gras und lernte blöken wie ein Schaf. Es wuchs und wuchs von Tag zu Tag, und bald war es ein mächtiger Löwe. Aber auch der große Löwe fraß Gras und blökte weiterhin wie ein Schaf.
An einem heißen Sommertag kam aus dem nahen Dschungel wiederum ein wilder, stolzer Löwe und brach in die Herde ein, um seinen Hunger zu stillen. Die Schafe flüchteten wild und mit ihnen der blökende Löwe. Der Löwe aus dem Dschungel entdeckte zu seinem größten Erstaunen den fliehenden und blökenden Löwen. Er packte ihn und fragte: »Bruder, warum blökst du? Was ist aus deiner Stimme geworden?« Der Schaflöwe aber flehte voller Angst: »Oh, ich bin nur ein kleines Schaf, oh, tue mir kein Leid an.« – »Du bist kein Schaf, du bist ein Löwe«, sagte der Löwe aus dem Dschungel.
Vor Furcht zitternd und ängstlich blökend, flehte der Schaflöwe aber von neuem: Er wolle nicht sterben, er wäre ja noch so jung und viel zu klein, um gefressen zu werden.
Da nahm der Löwe den Schaflöwen, führte ihn zu einem nahegelegenen kleinen See und sagte: »Schau dein Bild im Wasser und erkenne, wer du bist.« Angstvoll und zaghaft über das Wasser sich beugend, erwartete das zitternde Geschöpf den Kopf eines kleinen Schafes zu erblicken, aber zu seiner größten Überraschung war da kein Schaf, sondern der mächtige Kopf eines Löwen, mächtiger noch als der des wilden Löwen aus dem Dschungel.
Da stieg die Freude hoch in ihm und vor Glück wollte er blöken – aber hört und staunt:
Es wurde ein gewaltiges Brüllen, von dem der ganze Dschungel erbebte. Und alsbald verschwand der Löwe in seine unendliche Heimat, den Urwald.

Interessante Geschichte, oder? Nun kann man diese auf verschiedene Art und Weise deuten. Man kann sich sicherlich auch fragen: Was soll das, ist der Löwe jetzt ein „besseres“ Tier als das Schaf? Was wäre, wenn ein Schaf unter Löwen aufgewachsen wäre? Und so weiter… aber darum soll es hier gar nicht gehen. Bei der Deutung einer solchen Geschichte gibt es kein richtig oder falsch. Wenn man will, kann man immer irgendetwas finden, was einem nicht passt.
Wie ich die Erzählung für mich gedeutet habe, hat mich zum reflektieren und überdenken meines eigenen Lebens und des Lebens an sich bewegt.
Ist es nicht so, dass wir von klein auf Dinge lernen? Ob von unseren Eltern, Lehrern, Freunden, der Gesellschaft und anderen Umweltfaktoren? Wir bekommen gesagt und gespiegelt, dass wir uns in einer bestimmten Art verhalten müssen, um „richtig“ zu sein und ins gesellschaftliche Bild zu passen. Wir verlernen es, wir Selbst zu sein und auf unsere Intuition zu hören und glauben mit der Zeit daran, etwas zu sein bzw. sein zu müssen, was wir gar nicht sind. Wir merken es nicht, dass wir einem fremden Idealbild hinterherlaufen. Wir fragen uns nicht, wer WIR eigentlich sind, wir verlieren uns selbst.
An diesem Punkt kommt dann der andere Löwe ins Spiel, der seinen Artgenossen erkennt und ihm dabei hilft, sich auch selbst wieder zu erkennen.
Das bedeutete für mich, dass auch wir Menschen manchmal Hilfe benötigen, um wieder daran erinnert zu werden, wer wir eigentlich wirklich sind. Alles andere kommt dann wie von selbst, so wie das brüllen beim Löwen, obwohl er es noch nie vorher getan hatte.
Auch in uns liegt viel mehr verborgen, als wir denken. Eine unbändige Kraft, die wahrgenommenen und ausgelebt werden will, die jedoch so überdeckt von Ängsten, Sorgen und Zweifeln ist, dass wir sie nicht mehr spüren.

Hast du dies einmal erkannt, kannst du nach und nach daran arbeiten, diese Kraft wieder zu entfesseln und freizulegen. Manchmal braucht es dazu etwas Unterstützung, aber irgendwann bist du soweit, dass du ins Leben hinausgehen kannst und du weißt, dass du mit jeder Situation fertig wirst. So wie der Löwe, der einfach in Urwald gelaufen ist, obwohl er dort noch nie zuvor gewesen ist.

Sei du der Löwe, der sich als einzigartig, kraftvoll und stark erkennt. Der mit allen Situationen und Herausforderungen, die ihn erwarten, umgehen kann und das Leben so annimmt, wie es kommt. Lebe im hier und jetzt und traue dich, du selbst zu sein. Hinterfrage gesellschaftliche Konventionen und tue das, was sich für dich richtig anfühlt. Beobachte dein Denken und erkenne dadurch dein wahres Selbst. Dann wird sich dein Leben verändern und du wirst inneren Frieden und Freude finden.

Mich würde interessieren, wie du die Geschichte interpretierst und was du von ihr hälst. Hinterlasse, wenn du magst, einen Kommentar mit deinen Gedanken weiter unten auf dieser Seite. Teile auch gerne den Artikel, wenn er dir gefallen hat.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende – Sei der Löwe:-)

Herzlichst

Christopher

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