Hochsensible Menschen: anders und doch normal

In letzter Zeit habe ich mich häufiger gefragt, ob Hochsensibilität nun wirklich NUR angeboren ist, oder ob Hochsensibilität auch „herbeigeführt“ bzw. erworben werden kann. Mich beschäftigt seit langer Zeit die Frage, was den Unterschied zwischen „anders“ und „normal“ ausmacht und ob es nicht doch irgendwelche Gemeinsamkeiten gibt. Auf der Suche nach Antworten stieß ich im Internet auf die Meinung, dass Hochsensibilität auch – durch zum Beispiel ein Trauma – erworben sein kann. Ich fand diese Aussage sehr interessant. Gibt es auf diesem Gebiet natürlich noch wissenschaftlich zu wenig Ergebnisse, um die verschiedenen Thesen zu stützen. Aber mittlerweile denke ich, das ist auch nicht wichtig ist, alles wissenschaftlich erklären zu müssen. Gibt es doch so viele Dinge, die sich unserem beschränkten menschlichen Verstand entziehen. Von daher denke ich, dass jeder hier für sich seine eigenen Antworten finden kann.

Hochsensibilität: Eine Gabe und ein Wegweiser

Ich persönlich denke, dass sowohl das eine als auch das andere der Wahrheit entspricht. Hochsensibilität ist durch aus ein Wesenszug, der angeboren ist. Die meisten hochsensiblen Menschen, bei denen dieser Wesenszug von Geburt an vorhanden ist, verbringen ihre anfängliche Lebenszeit damit, sich den anderen, normalsensiblen anzupassen. Sie spüren zwar, dass sie irgendwie „anders“ sind, verleugnen aber ihr wahres Wesen, um so zu sein, wie die anderen beziehungsweise die Gesellschaft es gerne hätten. Irgendwann ist dann der Leidensdruck meist so groß, dass sie merken, dass irgendetwas nicht stimmt und es so nicht weitergehen kann. Früher oder später machen sich diese Menschen auf die Suche nach Antworten und stoßen dann sogar meist auch auf das Phänomen der Hochsensibilität. Dies ist meiner Meinung nach der erste Schritt, sich endlich wieder selbst finden zu können. So kann man sich und sein Wesen besser verstehen und akzeptieren, man fühlt man sich endlich auch von anderen verstanden und nicht allein. Man bekommt wieder Lebensmut und entwickelt den Drang dazu, sich selbst besser kennen zu lernen und seinen Bedürfnissen entsprechend zu handeln und zu leben. Die Hochsensibilität an sich wird auf eine Weise wahrscheinlich ein ganzes Leben lang eine Herausforderung bleiben, doch sie weist in gewisser Weise auch den Weg in ein gesundes Leben. Schließlich kannst du, wenn du dich einmal selbst besser kennen gelernt hast und weißt, wie du „tickst“, deine äußeren Umstände an deine Wesensart und deine Bedürfnisse anpassen.
So kannst du dir, nachdem du dich selber besser kennen gelernt und in dir Ordnung geschaffen hast, auch im Äußeren für Veränderung sorgen und wächst sogar noch an diesen Herausforderungen, vor die dich diese Veränderungen deiner Lebenssituation stellen.

Des Menschen wahrer Kern

Auf der anderen Seite glaube ich mittlerweile, dass zwar viele Menschen nicht hochsensibel geboren werden, dass aber ihr wahrer Kern – also ihr Innerstes, wenn alles Anerzogene und Antrainierte weg fallen würde (manche nennen es Ego) – doch ein „hochsensibler Kern“ ist.
Bei einem Trauma – einem Unfall zum Beispiel – zeigt sich bei vielen, die zuvor hart und unerschütterlich wirkten, ihr innerstes verletzliches Wesen. Eben das, was jeder meiner Meinung nach eigentlich von Natur aus ist: Ein Mensch voller Liebe, Dankbarkeit und Mitgefühl.
Diese „harten“ Menschen haben meiner Meinung über die Jahre ein so starkes Schutzschild beziehungsweise Ego aufgebaut, dass sie auch den Kontakt zu ihrem wahren Selbst verloren haben. Auffällig ist doch zum Beispiel, dass sich, egal ob hochsensibel oder normalsensibel, eigentlich alle Menschen zur Natur und ihrer Schönheit hingezogen fühlen. Jeder Mensch fühlt sich in der Natur wohl und kommt in irgendeiner Form zur Ruhe. Genau so sieht es mit dem verliebt sein aus. Wenn ein Mensch, der nach außen hin hart und unangreifbar wirkt, sich wirklich Hals über Kopf verliebt, so bröckelt auch seine Schale und damit sein Ego dahin und er erfreut sich seiner Emotionen: Das Empfinden von Glücksgefühlen in der Natur und der Sinn für Schönes verstärken sich sogar noch.

Gemeinsamkeit als Ziel

So gesehen stehen meiner Meinung nach beide Arten von Menschen – auf einer Seite die, die von Geburt an hochsensibel sind, auf der anderen Seite die, die ihren Schutzschild über die Jahre aufgebaut haben – vor der gleichen Herausforderung.
Diese besteht darin, wieder zu sich selbst und seinem wahren Wesen, seinem inneren Kern und seinem inneren Frieden – wenn man so will seiner eigenen Seele und Göttlichkeit wieder näher zu kommen. Dies kann man durchaus als Lebensaufgabe verstehen.
Somit zeigt dieses Beispiel nochmal, dass wir letztendlich alle eins sind. Jeder Mensch ist zwar anders, aber in seinem innersten doch auch irgendwie gleich. Wir sind auf eine wundersame Art und Weise alle miteinander verbunden.

Es ist ein Traum von mir, dass sich alle Menschen so annehmen können, wie sie sind und dass jeder Mensch auch alle anderen so annehmen kann, wie sie sind. Wäre es nicht toll, wenn jeder Mensch sich auf die Suche nach diesem eigenen inneren Kern von sich selbst machen würde? Wenn sich die Menschen gegenseitig dabei helfen würden, diesen zu finden? Dann hätten wir wahrscheinlich eine Welt, in der es mehr Frieden, Liebe und Gemeinschaft geben würde. Ich denke, dass jeder auf seine Art und in seinem Umfeld etwas zu diesem Traum beitragen kann. Unser Einfluss ist größer, als wir uns vorstellen können. Also los, lasst uns mal frohen Mutes versuchen, die Welt gemeinsam ein kleines Stückchen besser zu machen!:-)
Ich wünsche dir dabei viel Freude und natürlich ein schönes Pfingstwochenende!

Herzlichst

Christopher

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