Ein Hoch auf die Arschengel

Es gibt mit Sicherheit viele herausfordernde Menschen. Sie legen ein Verhalten an den Tag, das insbesondere für hochsensible Menschen grob, rücksichtslos, wahnsinnig und zum größten Teil völlig unverständlich ist. Ich nenne diese Menschen gern „Arschengel“.

Es scheint diesen Menschen an Mitgefühl und Sensibilität zu mangeln. Diese Menschen sind fast überall anzutreffen. Komplett aus dem Weg gehen kann man ihnen daher leider meistens nicht. Doch in ihnen und ihrem Verhalten liegt ein kostbares Geschenk verborgen, was wir meist nicht sehen.

Das versteckte Geschenk

Diese Menschen zeigen uns, wie wir nicht sein wollen.

Sie stellen uns vor die Wahl, ebenso abzustumpfen und uns anzupassen, oder trotzdem liebevoll, rücksichtsvoll, achtsam und umsichtig zu bleiben. Sie fordern uns dazu auf, gesunde Grenzen zu setzen und zeigen uns, dass es wichtig ist, sich manchmal gegen solche Menschen durchzusetzen und ihnen die Meinung zu sagen.

Sie ermöglichen uns ein Übungsfeld, in dem wir ausprobieren können, nicht mehr mit Negativität auf ein solches herausforderndes Verhalten zu reagieren, sondern innerlich gelassen und friedvoll zu bleiben und unseren Weg gleichmütig weiter zu gehen.

Jeder von uns bekommt im Alltag genügend Gelegenheiten, an diesen Menschen zu wachsen.

Arschengel im Alltag

Ein gutes Beispiel für eine an sich belanglose, aber manchmal wirklich aufregende Alltagssituation, ist der Straßenverkehr. Vor einiger Zeit erlebte ich es, dass mir an einer Kreuzung die Vorfahrt genommen wurde. Sofort spürte ich Aggression und Wut in mir. Ich erinnere mich noch daran, wie ich innerlich kurz dachte: „o. k., du könntest die Situation einfach abhaken oder dich jetzt richtig aufregen.“ Nur einen Augenblick darauf gab ich mich völlig der Wut hin, obwohl ich an sich ja eigentlich eher der ruhige und gelassene Typ bin. Aber an diesem Tag waren bei mir gefühlt schon einige Dinge schief gelaufen und das hatte dann „das Fass zum überlaufen gebracht“.

Ich setzte also zur Verfolgung an und fuhr dem Wagen, der mir kurze Zeit zuvor die Vorfahrt genommen hatte, extrem dicht auf. Der Fahrer stieg nur wenige Sekunden darauf voll auf die Bremse, so dass ich ausweichen musste und auf die Spur des Gegenverkehrs gelang.

Im selben Augenblick beschleunigte der Fahrer des anderen Wagens wieder, so dass ich Mühe hatte, wieder auf die rechte Spur zu kommen und Gegenverkehr war auch noch in Sicht. Ich schaffte es so gerade eben noch, mit meinem kleinen und nicht mit allzu vielen PS gesegneten Auto den anderen, wesentlich schnelleren Wagen zu überholen und wieder auf die rechte Spur zu gelangen.

Ich spürte, wie mein Körper darauf reagierte. Aufregung, Adrenalin und Angst waren spürbar, hätte die Situation doch auch schief laufen können und sogar ein Unfall war nicht ausgeschlossen gewesen. Ich beruhigte mich wieder etwas und sah im Rückspiegel, dass nun der andere Wagen mir nun quasi an der Stoßstange klebte. Kurz darauf scherte der Fahrer mit seinem Wagen aus und fuhr in einem Höllentempo an mir vorbei, während er mir noch einige wütende Blicke und Gesten zuwarf.

Dann brauste er jenseits aller Geschwindigkeitsbegrenzungen davon. Ich bog die nächste Straße rechts ab und war kurz darauf zu Hause.

Achtsamkeit hilft

Ich war innerlich komplett aufgewühlt. Früher hätte ich so eine Situation noch tagelang mit mir herumgeschleppt, und mich in Gedanken damit beschäftigt.

Doch durch regelmäßiges Achtsamkeitstraining war es mir möglich, diese Situation schnell hinter mir zu lassen und sogar etwas daraus zu lernen.

Ich sagte mir: „Kommt dies in einer ähnlichen Situation noch mal vor, so werde ich anders reagieren. Was habe ich davon gehabt, außer Ärger, Anspannung und Stress?!“

Und siehe da, einige Wochen später ergab sich erneut eine ähnliche Situation. Wieder wurde mir die Vorfahrt genommen und ich war wieder an dem Punkt angekommen, wo ich Wut und Ärger in mir wahrnehmen konnte. Ich trat innerlich einen Schritt zurück, beobachtete das Gefühl und stellte mir dann die Frage: „Will ich diesen Ärger jetzt haben und ihn ausleben, oder will ich ihn mir für mich ersparen und nicht näher darauf eingehen?“

Ich entschied mich diesmal bewusst für die zweite Möglichkeit und ließ den Verkehrssünder ziehen. Ich merkte, wie der Ärger und die Wut schnell weniger wurden und innerhalb von Minuten verflogen waren. Ich hatte mir durch diese bewusste Entscheidung wahrscheinlich eine Menge Ärger, der sowieso unnötig gewesen wäre, erspart und konnte so gelassen durch den Tag gehen.

Du kannst das auch!

Dies ist nur ein kleines Beispiel aus dem doch manchmal so herausfordernden Alltag. Wenn ich meinen Blickwinkel auf diese „Arschengel“ also etwas verändere, kann ich durchaus etwas von ihnen lernen und mich persönlich sogar mit ihrer Hilfe weiter entwickeln.

Wie auch du gesund, achtsam und authentisch mit herausfordernden Menschen umgehen und dich besser abgrenzen kannst, erkläre ich dir in meinem kostenlosen Webinar „Sensibel-stark leben“, für das du dich hier GRATIS anmelden kannst:

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