Leider führt Hochsensibilität nicht selten zu Missverständnissen und negativen Kommentaren von anderen. Im Folgenden Blogartikel stelle ich dir sieben häufige Aussagen vor, die hochsensible Menschen häufig zu hören bekommen – und die sie irgendwann nicht mehr hören können, da diese nicht nur verletzend, sondern auch sehr vereinfachend sind.
Das macht Hochsensible klein!
Und wir kommen auch direkt zu Aussage eins, die HSP nicht mehr hören können und das ist der Satz:
1. „Du bist einfach zu empfindlich.“
Diese Aussage wird oft in Situationen gemacht, in denen der hochsensible Mensch auf eine Reizung oder ein negatives Erlebnis reagiert, das für andere Menschen weniger bedeutend erscheint. Die Aussage suggeriert, dass die Gefühle des hochsensiblen Menschen nicht gerechtfertigt oder übertrieben sind. Für jemanden, der emotional und sensorisch stärker auf seine Umgebung reagiert, sind diese Eindrücke jedoch real und nicht einfach das Resultat übermäßiger Empfindlichkeit. Ein solches Urteil negiert die tatsächliche Erfahrung des Einzelnen und kann das Gefühl der Unsichtbarkeit oder des Unverständnisses verstärken.
Warum es schadet: Es trivialisiert die Wahrnehmung und emotionale Tiefe des hochsensiblen Menschen und lässt ihn mit dem Gefühl zurück, dass seine Gefühle nicht wertgeschätzt oder anerkannt werden.
Hochsensibilität ist eine Stärke
2. „Du musst einfach lernen, dich abzuhärten.“
Dies ist eine gängige Empfehlung, die oft von Menschen kommt, die weniger sensibel sind oder die von den intensiven Reaktionen hochsensibler Personen überfordert sind. Das Problem dabei ist, dass sie die Idee vermitteln, Sensibilität sei eine Schwäche oder ein Defizit, das „korrigiert“ werden müsse. Hochsensible Menschen müssen sich nicht abhärten – sie müssen vielmehr lernen, ihre Sensibilität als Stärke zu nutzen und gesunde Strategien zu entwickeln, um mit der intensiven Wahrnehmung umzugehen.
Warum es schadet: Diese Aussage ist eine Form der Pathologisierung der Hochsensibilität und führt dazu, dass sich hochsensible Menschen schuldig oder unzulänglich fühlen, weil sie sich nicht „abgehärtet“ haben.
3. „Reiß dich zusammen!“
Diese Aufforderung wird häufig dann ausgesprochen, wenn ein hochsensibler Mensch mit einer stressigen Situation oder einer emotionalen Überlastung kämpft. Es impliziert, dass die betroffene Person sich einfach zusammenreißen und ihre Gefühle unterdrücken sollte. Hochsensible Menschen empfinden jedoch oft eine starke innere Unruhe oder emotionale Erschöpfung, wenn sie mit zu vielen Reizen oder Konflikten konfrontiert sind. Eine solche Aussage kann zu innerer Spannung führen und das Gefühl der Isolation verstärken.
Warum es schadet: Anstatt Unterstützung zu bieten, wird die emotionale Erfahrung des hochsensiblen Menschen minimiert und er wird in eine Art Selbstzweifel gedrängt, der seine Fähigkeit zur Selbstregulation untergräbt.
Hochsensibel sein ist eine Gabe
4. „Du übertreibst es, das ist doch nicht so schlimm.“
Hochsensible Menschen nehmen viele Eindrücke viel intensiver wahr als andere, und was für die meisten als kleine Unannehmlichkeit erscheint, kann für sie überwältigend sein. Die Bemerkung, dass sie „übertreiben“, verstärkt das Gefühl, dass ihre Wahrnehmung falsch oder ungerechtfertigt ist. Es kann ihnen auch das Gefühl geben, dass ihre Erfahrungen weniger gültig sind als die der weniger sensiblen Menschen um sie herum.
Warum es schadet: Diese Aussage entwertet die tatsächliche Wahrnehmung des hochsensiblen Menschen und fördert ein Gefühl der Entfremdung, da ihre Reaktionen als unangemessen oder übertrieben abgetan werden.
5. „Du musst einfach mal weniger nachdenken.“
Hochsensible Menschen neigen dazu, tief über Erlebnisse und Situationen nachzudenken. Diese tiefgehende Reflexion kann sowohl eine Stärke als auch eine Herausforderung sein. Oftmals führen diese Gedankenprozesse zu erhöhter Selbstkritik oder emotionaler Belastung. Die Aussage, „weniger nachzudenken“, ist daher nicht nur wenig hilfreich, sondern auch wenig realistisch. Sie ignoriert, dass das ständige Grübeln und Nachdenken ein zentraler Bestandteil der Hochsensibilität ist und oft als Schutzmechanismus dient.
Warum es schadet: Anstatt einen konstruktiven Umgang mit der inneren Welt des hochsensiblen Menschen zu suchen, wird der natürliche Reflexionsprozess einfach abgewertet. Dies kann zu einer verstärkten Selbstzweifel führen und die innere Belastung noch verstärken.
6. „Das ist doch alles Kopfsache.“
Diese Aussage wird häufig verwendet, um Emotionen oder körperliche Beschwerden zu minimieren, die von hochsensiblen Menschen erlebt werden. Oft wird damit die Idee verbunden, dass die betroffene Person ihre Beschwerden einfach „überwinden“ könnte, wenn sie sich nur genug anstrengt. Diese Sichtweise ignoriert jedoch die Realität der Hochsensibilität, bei der körperliche und emotionale Reaktionen nicht nur im Kopf, sondern auch in der körperlichen Wahrnehmung spürbar sind. Für hochsensible Menschen ist das, was sie erleben, sehr real und nicht einfach „eingebildet“.
Warum es schadet: Diese Bemerkung trägt dazu bei, die emotionalen und physischen Erfahrungen des hochsensiblen Menschen zu delegitimieren, indem sie ihre Realität auf die „Einbildung“ eines Problems reduziert.
7. „Andere haben auch viel zu tun, die können sich nicht immer um dich kümmern.“
In sozialen oder beruflichen Kontexten kann es passieren, dass hochsensible Menschen Unterstützung suchen oder ihre Bedürfnisse ausdrücken. Oft stoßen sie auf Aussagen wie diese, die suggerieren, dass ihre Bedürfnisse weniger wichtig oder ungerechtfertigt sind. Diese Aussage verstärkt das Gefühl, dass ihre Bedürfnisse in einer Welt, die oft auf Effizienz und Leistung fokussiert ist, nicht genügend Beachtung finden.
Warum es schadet: Sie suggeriert, dass hochsensible Menschen egoistisch oder anspruchsvoll sind, wenn sie Unterstützung oder Rücksichtnahme erwarten. Dies kann zu einem Gefühl der Verlassenheit oder der Unzulänglichkeit führen.
Fazit
Die oben genannten Aussagen spiegeln eine mangelnde Anerkennung und ein Missverständnis gegenüber den Bedürfnissen und Wahrnehmungen hochsensibler Menschen wider. Statt diese Aussagen weiter zu wiederholen, wäre es hilfreicher, Empathie zu zeigen und zu versuchen, ein besseres Verständnis für die besonderen Herausforderungen hochsensibler Menschen zu entwickeln. Anstatt ihre Erfahrungen zu entwerten oder zu bagatellisieren, sollten wir versuchen, die Vielfalt menschlicher Wahrnehmung zu schätzen und Unterstützung zu bieten, die auf Wertschätzung und Verständnis basiert.
Video: 7 Aussagen, die hochsensible Menschen nicht guttun
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