Hochsensibel: 5 Tipps zum Umgang mit Schuldgefühlen

Viele Hochsensible und empathische Menschen werden durch Schuldgefühle geplagt, zum Beispiel deshalb, weil sie die Erwartungen von Eltern, Partnern oder anderen Menschen nicht erfüllen konnten, glauben, dass sie anderen immer helfen müssen oder andere ihnen ein schlechtes Gewissen machen, wenn sie nicht so funktionieren, wie die anderen es gerne hätten. Kennst du das, dann lies unbedingt weiter, in diesem Blogartikel erkläre ich dir, woher diese Schuldgefühle kommen und wie du achtsam und gesund mit ihnen umgehen und dich von ihnen frei machen kannst.

HSP und Schuldgefühle

Der erste wichtige Tipp den ich dir gebe ist:

Lerne zunächst „Echte“ und unechte Schuldgefühle voneinander zu unterscheiden

Was soll das bedeuten? Untersuche einmal für dich, ob diese Schuldgefühle, die du hast, wirklich gerechtfertigt sind oder nicht und vor allem, sei dabei ehrlich zu dir selbst. Ich erkläre das mal an einem Beispiel: hast du vielleicht Schuldgefühle, weil du zu einer Familienfeier eingeladen bist, dich aber bewusst dafür entscheidest, nicht dorthin zu gehen weil es dir damit besser geht und einzelne Familien Mitglieder vielleicht auf Krawall aus sind oder dich immer wieder verletzen? Dann ist dein Schuldgefühl nicht gerechtfertigt, sondern es wurde dir wahrscheinlich genau von diesen Familien Mitgliedern eingetrichtert bzw. beigebracht, dich dann schlecht zu fühlen, wenn du deren Erwartungen nicht erfüllst.

Hast du zum Beispiel jemanden verletzt, hintergangen oder angelogen, sind diese Schuldgefühle zumindest zum Teil gerechtfertigt. Wichtig ist dabei zu untersuchen, ob du das, was du getan hast für dich in irgend einer Form korrigieren kannst, zum Beispiel durch ein offenes Gespräch und eine ernst gemeinte Entschuldigung. Kannst du das nicht, weil der betroffene Mensch zum Beispiel bereits verstorben ist, kannst du dich natürlich zumindest im Gebet bei demjenigen entschuldigen. Wichtig ist, das Schuldgefühl dann aber auch bewusst gehen zu lassen, da du dir sonst nur selbst Unheil und viel Leiden produzierst.

Gedanken und Emotionen hängen zusammen

Und Genau da knüpft mein zweiter Tipp an: Beobachte den Zusammenhang von Gedanken und Emotionen

Schaue dir innerlich einmal genau an, wodurch deine Schuldgefühle entstehen.

Sie basieren darauf, dass du Situationen, die schon längst vorbei sind, in deinem Kopf reproduzierst. Das bedeutet du denkst über etwas nach, was in der Vergangenheit passiert ist und diese Bilder in deinem Kopf führen gleichzeitig dazu, dass du bzw. dein Körper bestimmte Emotionen, also eben diese Schuldgefühle, produziert. Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen deinem Denken und deinen Emotionen. Genau diesen Fakt zu erkennen und diese inneren Vorgänge zu beobachten, verändert schon etwas. Du baust eine gewisse Distanz zwischen dir, deinen Gedanken und deinen Emotionen auf, wenn du all das in dir beobachtest. Mache dieses beobachten deiner inneren Vorgänge am besten zu deiner täglichen Routine und gehe, wann immer du merkst, dass Schuldgefühle in dir hochkommen, sofort mit deiner Aufmerksamkeit nach innen.

Akzeptanz ist der Schlüssel

Mein dritter Tipp:

Akzeptiere die Vergangenheit und das hier und jetzt, frage dich, ob es Möglichkeiten gibt, deinen Zustand aktiv und realistisch zu verbessern/zu korrigieren

Wenn du etwas getan hast, was jemand anderen verletzt hat, akzeptiere es. Du hast es zu dem Zeitpunkt genau so gut gemacht, wie du konntest. Vergib dir und entschuldige dich beim anderen für das, was du getan hast. Wenn du das nicht mehr tun kannst, zum Beispiel weil der andere Mensch, den du verletzt hast, vielleicht schon verstorben ist, kannst du es immer noch innerlich im Gebet oder in der Kontaktaufnahme mit diesem Menschen tun. Probiere es aus, statt zu sagen, so einen Quatsch mache ich mögt und sieh, was passiert und vor allem, wie dein Körper darauf reagiert.

Auch HSP handeln nicht immer bewusst

Viertens: Erkenne dass du immer so gehandelt hast, wie deine Bewusstheit es dir erlaubte

Wie schon im Tipp zuvor sage ich es nochmal: Du hast immer so gehandelt, wie dein Bewusstseinszustand es dir erlaubt hat, genau so tun es alle anderen Menschen auch. Vergib dir für deine Fehler und unbewussten Handlungen, selbst dann, wenn andere dir immer noch einen Strick daraus drehen und dir Schuldgefühle einreden wollen. Lerne aus deinen Fehlern und mache es bei nächster Gelegenheit besser.

Loslassen ist schwer, aber befreiend

Fünftens: lass los

Lass deine Schuldgefühle bewusst los und erkenne, dass diese Schuldgefühle weder dir noch anderen dienlich sind. Sie lasten auf dir wie ein schwerer Rucksack, und letztendlich ändert das Schuldgefühl die Vergangenheit nicht. Wie schon gesagt, du kannst Dinge bereinigen, dich entschuldigen, dir und anderen vergeben, aber dann entscheide dich bewusst dazu, das Schuldgefühl loszulassen. Wie lasse ich es los? Da gibt es eine Geschichte aus dem Zen, wo ein Schüler den Meister fragt: wie lasse ich die Vergangenheit los? Der Meister nimmt den Stamm einer Pflanze in die Hand und fragt den Schüler: wie lasse ich diese Pflanze los?

Entscheide dich bewusst dafür und erkenne vor allen, wenn Gedanken und Emotionen wiederkommen und deinen inneren Raum verschmutzen wollen. Beobachte diese inneren Vorgänge und bleibe präsent, dann wird das Schuldgefühl von selbst verschwinden. Du kannst auch der Psyche etwas nachhelfen und auf einen Zettel bzw. Stein schreiben, welche Situation bzw. Welches Schuldgefühl dich belastet. Nimm diesen Zettel und verbrenne ihn in einem feuerfesten Gefäß bzw. Den Stein und werfe ihn in einen See/Teich oder ähnliches. Dieser Trick kann sehr gut dabei helfen, Gedanken und die damit verbundenen Emotionen bewusst loszulassen.

Video: Hochsensibilität – eigene Schuldgefühle überwinden

Schau dir auch gern mein YouTube-Video auf meinem Kanal passend zu dem Thema „Hochsensibel: Schuldgefühle überwinden“ an:

So überwindest du Schuldgefühle als HSP

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